Dichter-Literaten
Du und I zwoa Vorstadtstriezen
 

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Dichter, meachtn gar vui sei

i selba buid mas manchmoi ei,

daß i vielleicht scho dichtn kannt

und boid wia Goethe waar bekannt.

Doch da feihts leider himmeweit

an Fantasie und Sinnlichkeit

und a de Sprach de der hat g'schriebn

is mir bis heut verborgn bliebn.

 

Und nimm i a an Schiller her

dann dua i mi genau so schwer.

An Friedrich und sein Freund Johann

da kummt so schnell hoit koana ran.

Es gibt welche unterdessen

de meachtn se mit dene messen,

san überheblich, überspannt

a wenns koa Mensch ned kennt im Land.

 

Doch gibt’s a oa, de wo was kenna

de kann ma a beim Nama nenna

des was de Welt liest, ham de gschriebn

und san trotzdem bescheidn bliebn;

ham kloane Schreiberling no kennt

und sie „per Du“ beim Nama g'nennt.

A so a Mensch der ned vermessen

bleibt stets verehrt und unvergessen.

 

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Du und I zwoa Vorstadtstriezen

 

 Mia warn zwoa, so wia vui andre

Lausbuam unsrer Münchner Stadt

ham erlebt wia München gwen is

nach'm Kriag wias ausgschaugt hat.

 

Unsre Leut ham ned vui Geld g'habt

warn hoit aus der Unterschicht,

grad aus dem Grund meacht i moana

sieght ma ois aus andrer Sicht.

 

Pflasterstoana vor de Häusa,

an de Hauswänd' weiße Pfeil,

im Keller drunt de Luftschutzschleusn

warn fia uns vom Leben a Teil.

 

Z'rissne Schuah und g'flickte Hosn

so hat unser Gwand ausgschaugt

und wenn wer a Radl g'habt hat

war des grad a so verhaut.

 

Nebn da Schui de Unterhaltung

war as Kino drent am Eck

und damit ma nei san kemma

ham ma Flaschn g'mobst um d'Wett.

 

Der wo des liest der kannt fast moana

das mia Freund warn und beinand

doch der irrt se ganz gewaltig

mia warn uns ganz unbekannt.

 

I z'Haidhausn, du in Giasing,

zwoa Jahr älter ois wia i,

doch, des is vollkommen gleich gwen

iwaroi war olles hi.

 

Kurz drauf kam die erste Liebe

Nama san heit Schall und Rauch

druntn in de Isarauen

hat ma g'streichlt ihr an Bauch.

 

 

 

Is ma na zum Tanzn ganga

mit am Hasn, Arm in Arm

is ma gstiegn ois wia a Gickal

und war trotzdem bettelarm.

 

Glangt hat's Geld grad fia a Hoibe

und an Schoppn mit vui Foam

umra zehne, wias valangt war

is ma na mitnanda hoam.

 

Ja, des warn de erstn Jahre

ärmlich zwar und trotzdem schee,

nur der wos wia mia erlebt hat

findts a heut no immer schee.

 

Später in der Sturm- und Drangzeit,

de ois Junga jeda hot,

san mia in da „Bergstubn“ g'sessn

oftmois ois a Zaungast grod.

 

Gwiß war des a hoaßes Pflaster

zwengs Zigeuner und GI's

oft is grafft wordn zwischen dene

doch war des fia uns nix Neu's.

 

Mia san drin gwen ned zum Raffa

d'Musi hat uns intressiert

und via unsan Gschmack vo domois

hat se de a ned blamiert.

 

Jitterbug und hoaße Rythmen

später no an Rock and Roi

des ham domois d'Leut gern hearn wion

und drum wars a immer voi.

 

Später na is Schwabing kemma

ja, woaß Gott wo warn mia drin

„Siegesgartn“, „Studio 15“ kemma

mir grad so in Sinn.

 

 

 

 

 

Doch auf oamoi hats an Blitz gebn

der hat eig'haut und mit Macht

und grad bis mas überschaugt hat

war ma g'heirat über Nacht.

 

Ganz schnei ham se Kinder eigstellt

weil se des hoit a so g'heart

und drum hat ma weida g'werklt

hat ned g'wußt was moi draus werd.

 

Doch schnell is de Zeit verganga

Schui- und Lehr- und Bergstubnzeit

und as Leben is a vaganga

ois Wimpernschlag da Ewigkeit.

 

Grad Haidhausn, Au  und Giesing

und damit de Münchner Stadt

werd uns sicher überdauern

solang's soiche Kinder hat.

                                H.Hopper

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